Ihr müsst mir mal helfen: Schneiderfrage, bei der es nicht ums Nähen geht.

4 Mai

Sondern ums Beraten. Ich tu mich immer schwer, andere stiltechnisch zu beraten, da ich meiner Meinung nach einen ein bisschen merkwüdigen Geschmack hab. Ich mag gern Farben, ausgefallene Sachen und nichts, was zu perfekt ist. (Wie hat der Hase gesagt, als es um Geschmack von mir geht? „Männer schrecklich, Musik schrecklich, Klamotten geht!“)🙂

Und das lässt sich schwer auf andere übertragen. Besonders, da man oft nicht weiss, wie die anderen aussehen wollen. Wollen sie ein perfektes Abziehbild wie aus einem alten Film sein oder doch ein bisschen was Eigenes einfliessen lassen, obwohl das dann nicht unbedingt in die Zeit oder zu dem Outfit passt? (Ich hab da immer das Glitzershirt von dem netten Herrn vom vorletzten Mal Hit-Git-und-Split im Kopf, das er unter einer Gabardinejacke anhatte. So scheiß-cool!!) Soll es farblich immer PERFKT  sein oder darf es ein bisschen krachen? Bei MIR weiss ich das meistens, aber bei anderen??

Und ganz schwierig wirds, wenn ich anderen was Schneidern soll. Normalerweise bin ich ehrlich und sag, wenns wahrscheinlich scheiße an jemandem aussehen wird. Wenn er/sie es dann trotzdem will, näh ichs, aber mit Bauchweh. Man will ja den anderen nichts aufdrängen, was sie nicht wollen.

Oder wenn sie eine merkwürdige Kombi tragen wollen, die in meinen Augen gar nicht geh, die aber sozusagen schon feststeht. Sag ich was und spiel den Vintage-Klugscheißer oder halt ich meine Klappe und sag „inderessierdminet“? Schwierig, schwierig…

VOR dem Kauf oder dem Nähen ist ja noch einfacher, aber was macht man, wenn das Trumm schon im Schrank hängt? Ich habs ganz gern, wenn mirs jemand sagt, dann hau ich entweder mehr Rouge drauf, damits geht, wenn ich sehr an dem Lappen häng, oder verkauf ihn und freu mich, wenn jemand anders gut drin ausschaut.  

Wie haltet ihrs?

10 Antworten to “Ihr müsst mir mal helfen: Schneiderfrage, bei der es nicht ums Nähen geht.”

  1. madformod Mai 4, 2012 um 7:07 am #

    Ich bin da (leider) manchmal zu ehrlich und sage äh platze damit heraus, wenn etwas in meinen Augen nicht geht oder zu demjenigen nicht paßt. Allerdings muss man manchmal auch einfach mal was ausprobieren. Wenn mir jemand vor ein paar Jahren gesagt hätte, das Gelb mir steht (finde ich jedenfalls), den hätte ich ausgelacht. Ich wünschte nur, ich könnte meine „Kritik“ etwas charmanter verpacken🙂

    Dazu bin ich auch noch Perfektionistin, was das Ganze nicht unbedingt einfacher macht. Ich sortiere ganz schnell „Fehlgriffe“, seien es gekaufte oder selbst geschneiderte/gestrickte aus.
    Mir ist immer lieber, mir sagt man, wenn ich mich total vergriffen habe und etwas seltsam durch die Gegend laufe. Was an anderen klasse aussieht, muss bei mir nicht den gleichen Effekt haben – ich spreche aus Erfahrung😉

    LG Eva

  2. Janett Mai 4, 2012 um 7:41 am #

    ich sags nur leuten, wo ich weiß, das sie es wollen und auch vertragen-z.b. dir. aber ich wurde schon soooo angeschnauzt weil ich z.b. mal einer gesagt habe, dass sie ihren hut falsch herum auf hat, oder die weiber waren total eingeschnappt, dass ich sie lasse…sollen sie doch scheiße aussehen. ich denk dann immer : sieht scheiße aus, aber du kannst das tragen! ;D

  3. Tailor Maid Mai 4, 2012 um 8:35 am #

    Und das „DU“ betont🙂

    • Janett Mai 6, 2012 um 9:17 pm #

      genau!😀

  4. Nanny Mai 4, 2012 um 9:50 am #

    rotwerd*
    Kommt drauf an, wie sehr die Leute nerven😀 egal ob ich sie eiiiiigentlich mag…
    und ich näh ja irgendwie zur Zeit nur Uniformjacken.
    Ausgangspunkt ist immer der gleiche:
    Einen unglaublich gut beleibten Mann in eine Uniform a la 1800 einzunähen.
    Schnitt: ist echt scheiße für dicke Männer! Und natürlich wünschen sie sich alle, das sie durch die Jacke plötzlich schlank und schön und schottisch-schneidig aussehen.
    Also kommt als erstes:
    „Könntest du die Jacke nicht vorne etwas länger machen?“
    Als ob dadurch der Bauch plötzlich weg wär! Und natürlich habe ich mich da schon breittreten lassen und das Ergebnis war dramatisch.
    Die Jacke saß nicht mehr richtig.
    ER: „nörgel-nörgel“
    Ich: „änder-änder“
    Er: „nörgel-nörgel“
    Ich Nimm gefälligst 20 Kilo ab und laß die sch..Cola ausm Balch dann haste auch keine Probleme mit der Jacke!“
    Fazit: Lächeln, Nicken, tun was richtig ist, erspart mir Änderungen

    Und ansonsten: ich versuche mich an die richtige Farbpalette zu halten und wenn ein Mädel was möchte, das an ihr nicht gut aussieht, sage ich „Wäre es nicht geschickter, wenn… dadurch würdest du positiv einschlagen wie eine Bombe!“ Das zieht eigentlich immer.

    • Andrea Mai 4, 2012 um 11:53 am #

      Nanny: Verpass dem Herrn eine Schnürbrust.😉

      • Nanny Mai 4, 2012 um 3:05 pm #

        Muhahahahaaaaaa!

  5. Tailor Maid Mai 4, 2012 um 11:41 am #

    So versuch ichs auch, aber manchmal zieht es einfach nicht. Ist immer schwierig, wenn jemand einen Rat will, der Rat dann nicht in seinem Sinne ausfällt.

  6. sewvintage Mai 4, 2012 um 12:09 pm #

    Ich glaube, das kann man nicht pauschal beantworten, weil es auf die Persönlichkeit des/der anderen ankommt. Bei DIR hätte ich z.B. keine Probleme, zu sagen, dass ich finde, dass dir was nicht steht (kommt nur so selten vor, hihi), weil ich weiss, dass du es nicht in den falschen Hals kriegen würdest. Aber ich kenne auch Leute, da würde ich nicht mal durch die Blume andeuten, dass das (wirklich blass, fett und alt machende) Outfit möglicherweise ein ganz klitzekleines bisschen … äh … also … unvorteilhaft ist. Was mir für mich selber viel hilft, sind die Fotos im Blog. Wenn ich mein Zeug dann an mir selber sehe, ist schon einiges durchgefallen oder als „doch nicht so furchtbar, wie gedacht“ aufgewertet worden. Im Spiegel sehe ich mich irgendwie anders, als auf den Bildern.

  7. Taylor Maid Mai 7, 2012 um 9:10 am #

    Stimmt, so gehts mir auch, siehe roter Hosenanzug. Find ich immer noch ein super Teil, aber eben nicht an mir. Bin mal gespannt, ob er der Margit passt und steht.

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