About

Wer näht, sündigt nicht!

 Ich heiße Miriam, bin 1973 geboren und bin Fachredakteurin. Ich habe Germanistik, Wirtschaft und Recht studiert. Ich bin seit 25 Jahren in der 30er/40er- u

nd Rockabilly-Szene unterwegs. Nebenbei mach ich noch Reenactment und geht ab und an in Krinoline spazieren.
 
Mein langjähriger Freund und ich haben einen Oldtimer, einen 41er Chevy, der in einer alten Tankstelle aus den 40er Jahren untergestellt ist. Sozusagen sein und unser Ferienhaus.
 
Ach ja, und ich stoffsüchtig
 
 Wie bist du dazu gekommen zu nähen/textil zu arbeiten? Erzähl deine Geschichte!(Elternhaus? Bezugspersonen? Kreative Ader? Zufall?)
 
 Meine Mama hat schon immer genäht, schon damals, als es in den 80er Jahren geradezu verpönt war, selbstgemachtes zu tragen. Ich durfte immer mitmachen, mein liebstes waren damals allerdings die Knöpfe, die in einer Schachtel verwahrt wurden, das war meine Schatzkiste. Hat sich nicht soooo viel dran geändert bis heute 
 

Mehr genäht hab ich dann, als ich mit ca. 16 die 50er Jahre Szene entdeckt hab. Allerdings haben sich meine Nähkünste eher auf das stümperhafte Abändern von den Originalkleidern beschränkt.

 Marlenehose u.ö. hab ich dann mit ca. 26 genäht, allerdings auch nicht wirklich gut. So richtig angefangen habe ich vor 5 Jahren, als bei unserem Stoffladen ein Nähkurs eingeführt wurde. Meine Freundin Roobee ist mit mir von Anfang an mit dabei. Und in den 7 Jahren hab ich einiges gelernt. .
 
 Kreative Ader? Hmm, irgendwie schon, irgendwas braucht man ja neben der Computerarbeit, irgendwas, das man später in die Hand nehmen und man sich drüber freuen kann. Und wenn man „vintage“ mag, kommt man ja fast nicht mehr um das Nähen herum. Die ausgefallenen alten Sachen sind meist so teuer, dass ich sie mir nicht leisten kann und will.
  

Es gab auch bei unseren Vorfahren ein paar Schneider, eine Dame in den 50ern war Wanderschneiderin, die von Dorf zu Dorf gezogen ist, bei den Leuten gewohnt hat und gegen ein kleines Entgelt und Essen und Wohung genäht hat. Ein Ururopa war Schneidermeister.

Was reizt dich besonders daran? Welche Herausforderungen hast du im Laufe der Zeit bewältigt, was nimmst du dir noch vor, wovon träumst du?
 

Mich reizen alle Sachen, sei es eine tolle Patchworkdecke, ein Abendkleid, eine gut passende Hose, Herrensachen…

 Ich finde es einfach toll, dass aus 2D sozusagen 3D wird. Ein Hobby, das irren Spass macht (Kurs nehmen, Stoff kaufen, Nähblogs lesen, mit meiner Freundin Couturette stunden- und tagelang über Projekte reden und sie dann auch ausführen…). Und man hat sogar noch einen Nutzen davon: tragbare und hübsche Kleidung.
  

Es ist eh schwierig für mich, da ich relativ groß und mopsig (hmm, ich könnt auch kurvig sagen) bin und immer Probleme mit der Kaufkleidung (gefällt nicht, passt nicht, zu kurz) oder den Originalkleidung (kaputt, muss ständig in die Reinigung, passt nicht) hatte. Und ändern macht wesentlich weniger Spass als neu nähen.

 Eine Herausforderung war eine Patchworkdecke für unser Bett. Sie ist ganz aus alten Schlafanzügen und Nachthemden, die ich in 2 Jahren gesammelt habe. 2,30 x 2,30m,eine gruselige Arbeit, aber ich freu mich jedes Mal, wenn ich sie ansehe.

 Eine weitere mein „Sciaparelli“ Bienenkleid. Die Bienchen hatte ich mal gekauft, aus keinem bestimmten Grund eigentlich und nur schwarz war zu langweilig….

Ich will Sachen machen, die man so nicht zu kaufen bekommt, in denen ich mich wohl fühle, die gut sitzen, auch für den Alltag.

 Und ich mach es manchmal aus ungewöhnlichen Materialien. Manchmal wird es was, manchmal nicht, aber der Aufwand lohnt sich immer, man lernt dabei…
 
 Was mich reizt: ein Herrenanzug. Da ich Schnittkonstruktion hasse, hab ich einen lieben Herrn aus dem Hobbyschneiderinnenforum gefragt, ob er mir nicht einen Schnitt machen kann. Jetzt hat mein Liebelein allerdings so weit abgenommen, dass der Schnitt geändert werden muss, ich werde wohl erst im Winter starten können. Mal schauen, wie es wird, der Stoff war günstig, also ist nicht viel hin dabei 
 
 Dann näh ich noch für meine liebe Mama und auch hier ist eine Herausforderung, neue Trends zu erkennen und sie für sie tragbar zu machen. Macht Spass und ich verliere den Bezug zu moderner Mode nicht.
 
 Hast du deinen eigenen Stil gefunden?
 
 Ende 30er/Anfang 40er und die 50er Jahre. Nicht alles, aber immer  Im Alltag bin ich aber auch oft in Jeans (nach 40er Jahre Schnitt) und Chucks unterwegs. Oft aber auch in schick und manchmal im langen Kleid, je nach Anlass.
 
 Finden dich eigentlich viele Leute schrill weil du nähst, wo man doch alles so billig kaufen kann? Erzähl mal eine Anekdote.
 

Schrill finden sie mich glaub ich aus ganz anderen Gründen, haha.  Mich fragen nicht so viele, da sie SEHEN, dass man die Sachen, die ich trage, nicht einfach so kaufen kann.  Was immer toll ist, ist der Satz „DU (anklagend) kannst ja nähen!“. Ja klar, und das konnte ich sozusagen über Nacht *grins*. Ist vom Himmel gefallen, diese Fertigkeit. Es steckt viel Arbeit, viel Zeit, viel Aufwand, viel Frust, viele Anschaffungen im „Nähen können“.

 Wenn jemand fragt, ob sich das lohnt, frag ich immer, was er/sie denn für ein Hobby hat. Wenn er/sie dann tauchen etc. sagt, frage ich höflich, ob sich DAS denn lohnt… damit ist meist Ruh.
 
 Was bringt dir das bloggen – und was willst du deinen Lesern weitergeben?
 
 Eigentlich hab ich angefangen zu bloggen, damit ich Couturette meine Sachen zeigen kann, anstatt immer nur zu erklären. Und weil sie auch einen Blog hatte, fand ich das praktisch. Dann hat sich das auf meinen Freundeskreis ausgeweitet Heut lesen viele Leute mit und ich bekomme sogar Kommentare von „fremden“ Menschen, die mir aber gar nicht so fremd scheinen, weil sie sich für die gleichen Sachen begeistern können. Ist doch toll, oder?
 
 Bloggen ist für mich Kommunikation. Am tollsten ist, dass man Menschen „kennen lernt“, die man sonst nie im Leben treffen würde. Und oft würde einem da was entgehen, weil gerade die Nähblogger klasse sind. Freundlich, kreativ, inspiriert – und stoffsüchtig. Ich bin inspiriert worden, hab viel gelernt und lerne weiter, hab sehr viel gelacht.
 
 Was ich weitergeben will? Ich will, dass die Leute sehen, dass es zwar Arbeit ist, was Schönes – vintage oder modern – zu nähen, aber nicht unmöglich. Dass man auch aus einfachen Stoffen tolle Sachen machen kann, dass Nähen nicht viel Geld kostet, dass man, wenn man dran bleibt und sich bemüht, auch Erfolg hat. Wenn ich auch nur einen dazu bringe, sich an „vintage“ zu wagen, bin ich schon hochzufrieden. Und da Bilder immer mehr sagen als Worte, ist das Bloggen dazu ideal. Mir tuts immer total leid, wenn Leute sich nicht trauen, mal was Ausgefallenes zu Nähen und dann auch zu Tragen. Und ich sag: traut Euch doch, was kann schon passieren?!!!!!

13 Antworten to “About”

  1. Andrea Juli 13, 2011 um 7:50 pm #

    Hallo Miriam,
    nachdem ich gerade ein bischen auf deiner „about“ Seite gelesen habe, weiß ich jetzt auch wer du bist! bei Reste Meier hab ich dich schon öfter gesehen…auf Taylor Maid wäre ich nicht gekommen, aber das nächste mal sprech ich dich an :-)) wenn’s dir recht ist…
    schöne Grüße aus LL
    Andrea

  2. Taylor Maid Juli 14, 2011 um 5:58 am #

    HI, aber gern 🙂 Bin aber immer nur 2 Samstage im Monat im Laden….

  3. geneva November 12, 2011 um 2:55 pm #

    Wow! Ich finde es wirklich GROSSARTIG was du da so machst! Toller Geschmack, tolle Nähkünste und ein superschönes Blog – ich bin ein Fan!

    Nähst du auch auf Bestellung? Ich bin leider vollends näh-unbegabt…. Liebe aber individuelle Kleider und vorallem auch Dinge in … nun… eher älterem Stil:)

    Liebe Grüsse aus der Schweiz!

  4. Ingrid Februar 18, 2012 um 5:20 pm #

    Hallo Miriam!

    Erst einmal: Ich find Deinen Blog toll und schaue mir die Bilder Deiner neuen Sachen immer gerne an. Meine tiefe Verbeugung vor Deinem Können!
    Eigtl wollte ich Dir eine email schreiben, aber da ich hier auf der Seite keine gefunden habe, schreibe ich einfach hier 😉
    Du kennst mich nicht, aber meinen Kerl, den Frank, hast Du letztes Jahr in Gottersdorf kennen gelernt. Er war bei den Amerikanern und hat Bomben entschärft.
    Da ich dieses Jahr bei Stunde Null dabei sein möchte bin ich gerade dabei meine Garderobe für die 40er zu planen. Dabei bräuchte ich bitte Deine Hilfe!
    Würdest Du mir bitte Deine email verraten damit wir miteinander kommunizieren können?

    Liebe Grüße

    die Ingrid

  5. Karin Februar 24, 2012 um 9:05 am #

    Hallo Miri,

    endlich habe ich mich mal durchgerungen. Hoffentlich kannst du mir ein wenig helfen: Ich möchte mir auch mal ein Vintagekleid nähen. Dabei gibt es aber folgende Probleme: OW 48/50 (okay, nachdem ich nun 7kg abgenommen habe, wohl etwas weniger), unten passe /passte ich in eine 46. So, nun möchte ich weder aussehen wie eine Matrone noch sonstwie albern und alt. Schnitte habe ich keine – da fängt das nächste Problem an. In meiner Größe sowieso nicht zu haben. Dein Wickelkleidschnitt würde mir gefallen. Meinst du der geht? Woher bekomme ich so einen?
    Stoff zum probieren hätte ich auch. Habe vor längerer Zeit (ja ich horte Stoffe!) einen lachsfarbenen(seeehr lachsfarben!) Kleiderstoff, ca. 5 m geschenkt bekommen. Nun ist das ja nicht wirklich meine Farbe und ziehmlich auffällig. Aber zum probieren? Was meinst du? Wäre das Kleid dann evtl. sogar tragbar, könnte man ja Kragen, etc. in weiß/schwarz, etc. machen. Dazu kommt, das ich 0,0 Erfahrung mit Kleidern habe. Bisher trage ich fast ausschließlich Hosen (Jeans) Und genau das möchte ich ändern. Und da ich ja total auf die „alten Zeiten“ stehe, liegt es ja nahe in diesem Stil zu nähen. Kannst du mir da was raten? Übrigens – klar habe ich schon bei Dawanda, etsy, ebay nach Schnitten gesucht. Aber da ich nicht weiß welcher Schnitt so für mich tauglich wäre, habe ich es bisher gelassen. Und dann ja noch die Größenfrage (könnte einen Schnitt im Schnittmusterprogramm evtl. vergrößern. Dazu brauche ich aber erstmal einen 😦

    So, und nun du. Wird nicht einfach, aber ich hoffe hier einen entscheidenden Tipp zu bekommen.

    Und wann bist du denn wieder in Gottersdorf?

    Danke Dir,

    Karin

  6. FräuleinKitsch April 13, 2012 um 10:29 am #

    Hallo Miriam!
    Ja wie saulustig ist das denn? Da surfe ich so herum und finde deinen Blog und gucke mir die ganzen tollen Sachen an, die du so nähst.
    Und dann entdecke ich, dass ich doch tatsächlich vor ein paar Wochen was bei dir auf Ebay gekauft habe, ein Hawaiihemd. Witzig, wie klein die Internetwelt doch sein kann! 😉
    Liebe Grüße, Nadine

  7. Tailor Maid April 13, 2012 um 10:30 am #

    Die ist tatsächlich verdammt klein. Grüße dich *freu*

  8. inge Juni 2, 2012 um 10:23 am #

    Hallo Miriam,
    angeregt durch Deinen Blog fahren eine Arbeitskollegin und ich am kommenden Freitag nach Augsburg um Reste-Maier unsicher zu machen. Meine Kollegin sucht für die Hochzeit ihres Sohnes Stoff für ein Kleid und ich habe eine ziemlich lange Liste 🙂
    Liebe Grüße
    Inge

  9. Tailor Maid Juni 3, 2012 um 8:32 pm #

    Ui, cool, das freut mich! Ihr werdet sicher fündig. Ganz liebe Grüße Miri

  10. liesa Februar 19, 2013 um 12:25 pm #

    Liebe Miriam, ich bin per Zufall auf deinen Blogg gestoßen, da ich in Augsburg nach einer Wohnung/einem Raum im Retrostyle für einen Dreh suche. Ich würde mich freuen wenn du dich per Mail meldest dann erzähl ich dir um was es geht 🙂 liebe Grüße, Liesa

  11. Taylor Maid Februar 21, 2013 um 11:32 am #

    Hi, sorry, nicht sauer sein, aber das hatten wir schon ein paar mal und es war grauenhaft. Aber schreib mir mal unter hazel.hofstadter@web.de, was es ist… Lg Miri

  12. Anne Reko Mai 28, 2013 um 2:55 pm #

    Meine Liebe! Du wurdest soeben für den Best Blog Award nominiert! Am besten gleich mal hier nachlesen!

  13. Tutti Germany November 12, 2013 um 6:12 pm #

    Die Welt ist ein Dorf. Bei Reste Maier schau ich auch ab und an vobei 😉 Kompliment, Du hast einen schönen Blog und nähst tolle Sachen! Kann l nicht widerstehen – muss die folgen…;-)

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